Der kostenlose SOS-E-Mailratgeber gegen die Trauer um Deinen Hund

Du benötigst schnelle Hilfe, um mit der Trauer um Deinen Hund besser klarzukommen? Registriere Dich kostenlos für die „Lebewohl, Fellnase“ SOS-E-Mailserie gegen die Trauer.

Ein neuer Hund – Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wann ist die Zeit für einen neuen Hund richtig?

Wenn es Dir wie den meisten Hundebesitzern geht, stellt sich irgendwann die Frage, ob nach dem Tod des geliebten Hundes jemals nochmal ein anderer Hund Einzug ins Leben erhalten wird.

  • Ist es Verrat am alten Kameraden, seinen Platz „aufzufüllen“?
  • Reißt der neue Hund vielleicht Erinnerungen auf, die besser verdrängt geblieben wären?
  • Wird man überhaupt nochmals einen Hund finden, mit dem man so unbeschwerte Momente erleben kann wie mit dem alten?

Diese und vergleichbare Fragen stellen mir Menschen häufig, sobald sie die schlimmste Phase der Trauer überstanden haben und sich allmählich wieder Gedanken über ihre Zukunft machen können und wollen.

Oftmals schwingt dabei eine gehörige Portion Skepsis mit: Zweifel, ob man schon wieder bereit ist, sich auf einen neuen Hund einzulassen, machen sich breit. Ein schlechtes Gewissen höre ich hier und da ebenfalls heraus und manchmal hat es den Anschein, als würden sich die Menschen gerne von mir die Erlaubnis einholen, sich näher mit diesem Gedanken befassen zu dürfen.

Grund genug also, meine Überlegungen dazu in Papierform zu bringen 🙂

Du machst Fortschritte bei der Trauerbewältigung  – das ist großartig

Zunächst einmal sollte festgehalten werden, dass allein das Aufkommen der Frage ein großartiges Zeichen ist, dass Du hinsichtlich der Trauerbewältigung Fortschritte machst!

Ich habe bislang noch keinen Hundebesitzer getroffen, der sich diese Frage unmittelbar nach dem Tod seines Hundes gestellt hat. In der ersten Zeit nach dem Abschied ist diese Frage undenkbar und vielfach wird ein neuer Hund kategorisch abgelehnt („auf keinen Fall …“).

Das ist völlig normal und bei der Intensität der Bindung auch einfach nachvollziehbar. Erst im Zeitverlauf weichen wir zunehmend von diesem extremen Standpunkt ab und öffnen uns für alternative Sichtweisen auf eine mögliche Zukunft mit einem anderen Hund.

Es ist also schön und positiv, dass Du im Prozess so weit bist, Dir Gedanken um deine „Hunde-Zukunft“ zu machen – ein schlechtes Gewissen brauchst du deshalb nicht zu haben.

Die Zielsetzung bestimmt die Sinnhaftigkeit der Überlegung

Zentral im Kontext der Fragestellung, ab wann es sinnvoll ist, einen neuen Hund ins Leben zu holen ist die Frage nach dem intendierten Effekt – was erhoffst Du Dir von einem neuen Hund?

Geht es darum, den alten Kameraden zu ersetzen?

Oder möchtest Du deine Zeit einfach wieder erfüllt mit jemandem teilen?

Es ist ganz essentiell und wichtig, in dich hineinzuhorchen und dieser Frage ehrlich auf den Grund zu gehen!

Die Antwort auf diese Frage macht den Unterschied aus, ob ein neuer Hund für dich tatsächlich schon in Frage kommt oder ob Du besser noch einige Zeit mit dieser Entscheidung warten solltest.

Hoffst Du insgeheim, dass Du einen Hund findest, der praktisch ein Klon deines alten Kameraden ist und mit dem alles wird wie früher?

Mit dieser Zielsetzung wirst du kläglich scheitern, denn so einen Hund wirst du kaum finden.

Geht es Dir stattdessen eher darum, deine liebgewonnenen Routinen und die Zeit draußen an der frischen Luft wieder mit jemanden zu teilen bzw. überhaupt einen Grund zu haben, einen Fuß vor die Tür zu setzen?

Dann fußt die Überlegung nach einem neuen Hund auf einem ganz anderen Fundament und die Auseinandersetzung damit erscheint mir deutlich sinnvoller als im vorherigen Fall.

Der neue Hund als neue Erfahrung – Nicht als „Ersatz“ für den alten Kameraden

Die größten Zweifel fußen oft auf einem – in meinen Augen falschen – Verständnis von Loyalität gegenüber dem verstorbenen Hund.

Wie kurz zuvor angerissen, plagt viele Menschen ein schlechtes Gewissen, dass sie ihren alten, verstorbenen Hund durch die Anschaffung eines neuen Hundes verraten und die gemeinsame Zeit und den Wert der Beziehung herabwürdigen.

Es weckt vordergründig den Eindruck, dass er wie ein Maschinenteil ersetzt wird.

Aber ist das tatsächlich so?

Ich denke, dass niemand, der diesen Text hier liest, seinen Hund als „ersetzbar“ bezeichnen würde. Das Gegenteil ist viel eher der Fall: Die Intensität der Bindung zum Tierchen und der erlebte Verlust sorgte einst (oder noch immer) für ein hohes Maß an Kummer und Trauer.

An dem Vorwurf einen „Ersatz“ zu suchen (den man sich erfahrungsgemäß ohnehin nur ganz allein macht), ist also gar nichts dran. Er entbehrt jeder Grundlage: Es geht nicht darum, einen „Ersatz“ zu finden oder den alten Kameraden gar zu vergessen.

Das ist in 99% der Fälle weder gewünscht noch realistisch.

Akzeptiere das menschliche Streben nach Wohlbefinden

Was allerdings ein durchaus nachvollziehbarer Wunsch ist, ist die ungewollt frei gewordene Zeit wieder sinnvoll zu füllen.

Niemand kann Dir verübeln, wenn Du dein Leben wieder mit Aktivität bereichern und dich gerne wieder um einen Kameraden kümmern möchtest. Es geht schlicht um Dein Wohlbefinden, deine Gesundheit und das Streben danach sollte stets eine hohe Priorität haben.

Es ist also weder egoistisch noch verwerflich, über einen neuen Hund nachzudenken, wenn daraus für Dich Lebensqualität entspringt – in vielschichtiger Art und Weise.

Ebenso wie Du im Vorfeld nicht absehen konntest, wie sehr dich dein alter Hund bereichern wird, so wird dich mit großer Sicherheit ein anderer Hund auf seine Weise berühren und erfreuen.

Im Neuen liegt auch Hoffnung

Für mich persönlich gilt daher, dass die Frage nach einem neuen Hund nie falsch oder unzulässig ist.

Wer etwas anderes behauptet, ist entweder noch zu tief in der Trauerphase (was völlig ok und absolut wertfrei gemeint ist) oder stellt die Frage aus einem falschen Blickwinkel.

Solange keine schwerwiegenden sachlichen Gründe (z.B. eine veränderte Arbeitssituation, persönliche Gesundheit, Wohnsituation etc.) gegen einen neuen Hund sprechen, ist die Frage aus einer Perspektive des Strebens nach persönlichem Wohlbefinden jederzeit gestattet.

Du bist Dir unsicher oder findest deine Überlegungen, Zweifel und Sorgen nicht im Text reflektiert? Schreibe mir gerne für einen persönlichen Austausch!

 

 

Der "Lebewohl, Fellnase" Trauer-Ratgeber - Hilfe von Hundefreunden für Hundefreunde

    Eine verlässliche Stütze im Umgang mit Verlust, Trauer, Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen
  • Erfahre an Hand echter Geschichten anderer trauernder Frauchen und Herrchen, dass Du mit Deinen Qualen, Gedanken und Gefühlen nicht allein bist
  • Lindere Dein Leid durch Impulse und Blickwinkel, die Dich Dein Handeln besser nachvollziehen lassen
  • Mache Dir Sichtweisen zu eigen, mit denen Du Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen ausräumen kannst

Der „Lebewohl, Fellnase“ Ratgeber

Das Lebewohl, Fellnase-Buch – Hilfestellungen, Denkimpulse und Sichtweisen zum Umgang mit Trauer und Schuldgefühlen

Eine verlässliche Stütze im Umgang mit Deinem Verlust

„Lebewohl, Fellnase“ finanziell unterstützen

Neueste Kommentare

Über mich

Du willst mehr darüber wissen, wer hier schreibt? Hier geht’s lang 🙂 !

10 Kommentare

  • Tina says:

    Hallo ihr lieben Hunde-Eltern,
    Ich weiß gerad gar nicht, wie ich auf diese Seite gestoßen bin, aber ich habe sie soeben inhaliert. Nun weiß ich, ich bin nicht allein… Eure Geschichten haben mich sehr berührt und auch ich habe vor 9 Wochen meinen geliebten Hund über die Regenbogenbrücke gehen lassen müssen. Er hatte zwar etliche sehr ernste Wehwechen, aber er hielt sich tapfer bis zum Schluß mit 12 Jahren und 8 Monaten. Seit seiner schlimmsten Diagnose fürchtete ich den Tag X, welcher jedoch mind. ein halbes Jahr später als prognostiziert sein sollte. Wir verbrachten noch einen schönen Urlaub zusammen, in welchem er allerdings schon erste schlechte Nächte hatte. Zwei Tage später, wieder zuhause, erlitt er das Vestibulärsyndrom und ich wich ihm tagelang 24 h nicht mehr von seiner Seite. Diese Zeit war unglaublich innig, jedoch wußte ich nicht, daß ich mich in der Phase der Sterbebegleitung befand und hoffte bis zuletzt , er möge sich erholen. Einen Tag zuvor schien es auch tatsächlich wieder bergauf zu gehen und er forderte das erste Mal, in stark geschwächtem Zustand, eine Morgenrunde ein. Ich war so happy, glaubte, das Schlimmste sei überstanden. Am Tag darauf ging es doppelt so tief bergab und ich fürchtete um den besagten Blick, mit welchem er mich um Sterbehilfe bitten würde…und er schickte ihn mir !
    Ab dem Moment war ich nicht mehr ich selbst. Eine Freundin half mir, die Situation besser einzuschätzen, da ich es nicht wahrhaben wollte. Wie in Trance, von Weinkrämpfen geschüttelt, leitete ich alles in die Wege. Immer noch mit der Hoffnung, daß das alles nur ein böser Traum wäre und es doch bestimmt noch eine Wunderspritze gäbe. Doch sein Zeitpunkt war gekommen und ich hörte mich zum Tierarzt sagen, ob ich nicht auch eine solche Spritze bekommen könnte und mitgehen dürfte, während ich ihn in meinen Armen hielt.

    Während ich diese Zeilen schreibe, laufen Tränen an meinen Wangen herunter. Der einzige Trost für meine Entscheidung war, daß ich meinem Hund schweres Leid ersparen konnte. Doch die Vorwürfe, die ich mir selbst mache, bleiben irgendwie. Alle sagten, ich hätte das Richtige getan und er war ja auch schon so krank…und jetzt ginge es ihm besser. Welch lieb gemeinter und doch so schwacher Trost.

    Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht weine. Seine Leine hängt an der Garderobe, sein Körbchen steht noch da – ich kann nichts wegräumen und ihn damit aus meinem Leben räumen. Einen Monat lang habe ich sogar morgens den Wassernapf gefüllt – ich brauchte noch ein wenig diese Routine schien mir. 4 Wochen später flog ich mit einer Freundin für 4 Tage in die Sonne – ich konnte endlich einmal abschalten und dachte den ganzen Tag nicht an ihn, nur wenn ich abends zu Bett ging. Ich glaubte, ich hätte das Schlimmste überstanden.

    Als ich heimkam, nein es war sogar schon im Flieger, kamen jedoch wieder die Tränen und die Woche danach zuhause war schlimmer als je zuvor. Ich brauchte ganze 2 Monate, bis ich bereit war, mich von ihm in seiner Pappurne zu trennen und ihn an einem schönen Ort in den Garten zu bringen. Bis zu dem Zeitpunkt lag diese in seinem Körbchen, mit Blümchen dazu…Fotos…einer Kerze…wie ein Schrain.

    Es war schon immer mein großer Traum, selbst einen Hund halten zu dürfen. Nach für mich sehr schwierigen Lebensphasen war es dann eines Tages soweit. Unser Start war holprig und die Rasse erwies sich als recht erziehungsresistent, doch irgendwie wurden wir dann ein super Team und wuchsen zusammen. Mein Hund bedeutete mir alles, zuweilen mehr als meine Familie würde ich sagen. Dieses bedingungslose Vertrauen und die Liebe waren für mich das Beste, was ich je erlebte. Ja, ich gestehe: mein Hund war für mich mehr als nur ein Hund und ich schäme mich dessen nicht. Es gab für mich nichts Schöneres…und nun ist er fort aus meinem Leben und ich fühle mich innerlich leer und einsam.

    Nach über 20 Jahren Verantwortung und Pflichten mit Kind und Hund und Ehemann, habe ich nun plötzlich wieder Freiheiten wie ein Single. Mit meiner neugewonnenen Zeit weiß ich gar nichts anzufangen. Ich war stets getaktet, hatte mein Leben sozusagen um meinen Hund herum strukturiert. Feste Abläufe, in denen ich mir so manches Mal mehr Zeit für mich gewünscht hätte…und nun ist diese da und fühlt sich tot an. Ich habe Hobbies, Freunde, meine Familie, aber die Familie ist nicht mehr vollständig.

    Um mir meine Trauer ein wenig zu erleichtern und die langen Tage zu füllen, habe ich mich relativ schnell auf den Tierschutz-Seiten getummelt und war sogar inzwischen bei 3 Züchtern einer anderen Rasse. Warum ? Alle um mich herum sagten: Und…neuer Hund irgendwann ? Aber doch bestimmt nicht wieder DIESE Rasse ! Doch ich habe schon zu Lebzeiten meines Hundes sehr oft gesagt, egal wie schwierig er manchmal war…eigentlich ist er mein Spiegelbild und der beste Hund, den ich mir je an meiner Seite hätte wünschen können. Ich bin froh, daß ich es ihm auch zu Lebzeiten gezeigt und gesagt habe und diese Erkenntnis nicht erst DANACH hatte. Das tröstet mich ein wenig.
    Anfangs sagte auch ich: Nie wieder einen Hund…ich will das alles nicht noch einmal durchmachen müssen…
    Mittlerweile habe ich meine Meinung geändert, denn er wird stets an erster Stelle in meinem Herzen sein – und das weiß er auch. Ich hatte sogar eine Tierkommunikatorin aufgesucht, um Antworten auf meine vielen Fragen zu finden..
    Meine Bereitschaft für neuen Familienzuwachs wächst langsam wieder, aber ich ertappe mich stets dabei, daß ich nach einem Hund suche, der meinem lieben zumindest optisch ähnelt. Irgendwie springt jedoch kein Funke über, für keinen Hund aus dem Tierschutz und auch sonst für keine andere Rasse. Stellt sich folglich für mich die Frage: Doch wieder die selbe Rasse ??? Mit allen damit vielleicht verbundenen Schwierigkeiten ? Schaffe ich das noch einmal ? Fange ich dann nicht ständig mit Vergleichen an und würde im Zweifel sogar noch die Namen verwechseln ?
    Derzeit komme ich aus dieser Gedanken-Schleife nicht raus. Vielleicht bedeutet es ja auch, daß ich noch nicht wirklich bereit bin und mich in Geduld üben sollte. Ich hoffe sehr, daß ich irgendwann aus mir selbst schlau werde und dann den Schritt wage, einen neuen Hund in mein Leben aufzunehmen.
    Danke an euch, die ihr meine Zeilen gelesen habt und vielleicht ähnliches durchmacht…

    Tina

  • Andreas says:

    Hallo. Mein Rhodesian Ridgeback Max 10 Jahre ist vor 3 Wochen an Analkrebs im Endstation verstorben. Unser Vertrauen und Liebe war grenzenlos, dass oft meine Frau oft Neid verspürte. Mein Hund und ich sahen uns in die Augen und die Dankbarkeit sprühte nur so. Ohne meinen Hund wäre die Gesundheit nicht so positiv verlaufen. Um über die Trauer hinweg zu kommen will ich mir wieder einen Hund aneignen, das klingt etwas undankbar und herzlos aber was man mal sehr geschätzt und geliebt hat vergisst niemand. Der andere Hund hat seine eigene Persönlichkeit und ein anderes Wesen. Nach einiger Zeit muss man doch in die Zukunft zurückkehren. Aber das vergessen eines lieben Gefährten verarbeitet jeder Hundebesitzer anders. Wenn man schon nach kurzer Zeit einen erneuten Gefährten an seiner Seite hat spiegelt aber keine Herzlosigkeit. Herzlos erscheint die Person welche preisgibt “ Es war ja nur ein Hund“, aber die Person hat andere Qualitäten.

  • Silke says:

    Hallo Markus,ich bin durch Zufall auf Deine Seite gestoßen und muss Dir schreiben.
    Am 3.4 .21 musste ich mein Seelenhund Tico gehen lassen.Tico war nie krank aber als bei ihm dann ein Lebertumor festgestellt wurde,ging es rasend schnell.Diese 14 Tage vom feststellen bis zum einschläfern waren die Hölle. Soviel wie in dieser Zeit habe ich glaube noch nie geweint. Ich stand im auf Stand-by…immer mit der Angst heute ist der Tag.Dann kam Karfreitag und Tico wich nicht von meiner Seite…er verfolgte mich überall hin.In der Nacht von Freitag zu Samstag hatte ich einen Traum. In diesem Traum sagte mir eine Stimme,,geh mit Tico zu Eurer Lieblingsstelle im Wald“.Ich bin sehr früh aufgestanden und mit Tico dorthin.Gegen Nachmittag ging es ihm so schlecht,das ich meine TA angerufen habe.Es war schlimm…ich hab sehr gelitten.Hab am Sonntag alle seine Sachen verräumt. Tage konnte ich nichts essen und hab nur geweint. Irgendwann würde es besser,aber auch jetzt kann ich noch nicht darüber reden.Es war halt mein Tico….14 Jahre lang.

    Klar stellt sich irgendwann die Frage,ein neuer Hund oder nicht.Erst Recht,wenn man ein großes Haus mit Garten hat.Jetzt hat sich leider meine berufliche Situation geändert und ich bin zu Hause.Mein Mann hat mir am Samstag ein Hund geschenkt.Ein Welpe ….andere Rasse.Am Anfang war ich sauer, aber der kleine Kerl hat mein Herz im Sturm erobert. Trotzdem plagt mich das schlechte Gewissen, das ich Tico verraten habe und ihn ersetzten will.Wie werde ich das los?
    Ganz liebe Grüße Silke

  • pipa says:

    Vor drei Monaten habe ich meinen wunderbaren Casper unerwartet verloren. Die Wochen danach war ich wie betäubt und konnte eigentlich nur noch weinen. Aber dann hat mich eine arme Hundeseele aus dem Tierschutz gerettet; der arme Kleine, er ist erst 2 Jahre alt, wartete bereits in Portugal auf seinen Tod… Obwohl ich vermutlich noch nicht ganz bereit war für einen neuen Hund, rührte mich das traurige Schicksal des süßen Kerlchens und ich wagte den Schritt. Und was soll ich sagen – wir beide haben einander gefunden und ich kann mir ein Leben ohne meinen Charlie gar nicht mehr vorstellen. Er ist ausgemacht anhänglich, hat ein reizendes Lächeln, lernt rasant schnell und freudig und wird immer mehr zu einem Herzenshund.
    Caspers Platz in meinem Herzen und in meinen Erinnerungen ist und bleibt jedoch unangefochten.

  • Silke Schuster says:

    Ich habe zurzeit zwei Shelties , wo es bisher, auch , weil die zwei noch jung sind mit 4 und 5,5 Jahren. Diese beiden sind allerdings nicht meine ersten Hunde, sondern meine Großeltern, meine Eltern und jetzt habe ich selber zwei. Ich möchte nur mal eines wissen: Wenn die Zeit gekommen ist, dass man seinen liebsten Begleiter hat gehen lassen müssen, ist es dann tragisch, sich sehr schnell wieder einen neuen Weggefährten zu holen? Meine Eltern haben immer,wenn ein Hund von uns ging sehr schnell, ca. höchstens zwei Monate später sich wieder einen neuen Hund angeschafft. nach dem Tod unseres Hovawarts im August 2014 habe ich mir auch sehr schnell wieder einen Hund geholt, Ende November 2014 habe ich damals meine erste Sheltiehündin mit 8,5 Wochen bei der Züchterin abholen dürfen. Ich habe auch meine anderen Hunde, die ich zuvor hatte, nie vergessen, und werde sie auch nie vergessen. Sie waren alle treue Begleiter für mich ihr ganzes Hundeleben lang. Und, ehrlich gesagt, wenn meine zwei mal nicht mehr sind, werde ich mir sicher wieder einen Hund anschaffen. Ohne Hund, das ist für mich kein Leben.

  • Aileen says:

    Hallo Markus,
    ich bin auf deine Seite gestoßen, als mich in einem Moment des Alleinseins wieder schlagartig die Trauer übermannt hat und ich das Gefühl hatte nie wieder glücklich sein zu können.
    Mein Seelenhündin, hat mich schon vor über 2 Monaten verlassen und im Großen und Ganzen geht es mir sehr gut. Wir hatten vor einen Zweithund in unserer Familie zu integrieren, dieser Einzug war schicksalshafterweise einen Tag nach dem Tod meiner geliebten Maus geplant. Also stellte sich uns dann die Frage: Neuer Hund ja oder nein. Wir entschieden, dass wir den Neuen Familienzuwachs holen wollten, allerdings dann doch 3 Tage später, als geplant.
    Ich erlebe die Phasen der Trauer allerdings komplett anders, als von dir beschrieben. Mit dem letzten Atemzug meiner Hündin starb etwas in mir. Meine komplette Vergangenheit war wie ausgelöscht. Auch heute noch fällt es mir schwer mich an Situationen und Erlebnisse mit ihr zu erinnern. Wenn ich Fotos sehe, dann erkenne ich zwar, dass das mein Hund war, aber er scheint mir so fremd und aus einer Zeit, die lange lange zurück liegt. An die man sich nur äußerst schwer erinnern kann, ja eher eine Erinnerung an eine Erinnerung, sozusagen. Dennoch erwischt es mich mit voller Wucht, wenn ich an sie denke. Wenn ich mir sozusagen bewusst mache, dass es da einen Hund gegeben hat, der mich in der schlimmsten Zeit meines Lebens begleitet hat.
    Mit unserer neuen Fellnase lache ich, kuschel ich, habe meine wahre Freude an ihr. Ich vergleiche sie bisweilen mit unsere alten Hündin und überlege, ob sie in diesem Alter auch diese oder jene Macke hatte. Ich lebe im Grunde mein Leben weiter. Ich frage mich schon oft, warum meine Maus sterben musste, warum so früh, und ja, ich gäbe alles dafür, sie wieder in den Armen halten zu dürfen. Sie wieder zu riechen und alle Fehler, die ich gemacht habe wieder gut zu machen. Aber ich verhandle nicht, ich akzeptiere die Situation, wie sie ist. Nur, wenn ich alleine bin und ein Impuls von außen kommt, der einen bestimmten Nerv trifft, denke ich, dass ich einfach nie wieder glücklich sein werde, dass ich an dem Schmerz vergehe.. .Wie kann das sein?

    • Emilia says:

      Hallo, erstmal tut es mir leid, dass deine Hündin gestorben ist. Als ich deinen Text gelesen habe, konnte ich alles so sehr nachvollziehen, was du geschrieben hast. Meine Hündin ist auch letzten Monat von mir gegangen und etwas von mir mit ihr. Ich kannte sie seit ich vier Jahre alt war und ob Hund oder nicht, sie gehörte zu einer der wichtigsten Personen in meinem Leben. Aber eigentlich weine ich nicht um mich und meine Bindung zu ihr, sondern ich kann mir einfach nicht klar werden, dass sie tot ist, dass sie jetzt einfach nicht mehr lebt. Ich versuche, genau wie du, auf die Zeit mit ihr zurückzuschauen und jede erfüllte Erinnerung zu sehen, doch dass was ich sehe ist der Zeitpunkt, an dem sie das Leben verlassen hat. Das legt mich dann total lahm den ganzen Tag und es ist, als würde ich nie mehr glücklich werden. Ich weiß mir leider auch bisher nicht zu helfen, das alles ist für mich immer noch frisch, aber ich wollte dir nur mitteilen, dass es überhaupt nicht unnormal ist so zu denken. Mir geht es genauso.

      • Heike says:

        Hallo Emilia und Aileen,

        ihr spricht mit meinen Worten 🙁
        Genau so geht es mir auch. Mein GoldenRetriever Jamie ging mit 13,5 Jahren vor 9 Wochen und ich tu mich auch sehr schwer an die guten Zeiten mich zu erinnern. Immer wieder muss ich an das Wochenende denken als er über die Regenbrücke ging. Immer wieder seh ich nur die letzte Zeit in meiner Erinnerung und ich bin energie und kraftlos und ohne Freude.
        So richtig herzhaft wieder lachen – unvorstellbar 🙁
        Auch schaue ich aber immer wieder nach einem Welpen, denn ich mag alleine nicht mehr spazieren gehen und der Alltag ist so sinnlos und leer ohne Hund an meiner Seite.
        Tut gut zu lesen das wir mit unserer Trauer nicht alleine sind.

  • Eva says:

    Hallo Markus, mein Name ist eva und wir mussten letzten Mittwoch unseren westie nach 17,5 Jahren einschläfern. Ich bin grad ziemlich verwirrt und hoffe dass Du mir helfen kannst. Jeder der mich und Micky kannte, also alle unsere Freunde, teilweise Patienten (mein Mann ist Arzt), weiß was Micky für mich war. Sehr viel intensiver und aufopfernder kann das Verhältnis zu einem Hund gar nicht sein. Ich hab in den letzten beiden Jahren für sie gekocht, sie war 24 Stunden rund um mich, immer und überall dabei. Ich wollte keine Sekunde ohne sie sein. Was mich jetzt so extrem verwirrt ist, dass ich nach ihrem Tod nicht am Boden zerstört bin. Ich habe das Gefühl das alles ist so weit weg, ich rieche sie nicht mehr, spüre sie nicht mehr. Ich breche nicht in Tränen aus wenn ich Ihren Korb sehe. Ich kann ruhig schlafen. Kannst Du Dir erklären warum? Sie war natürlich aufgrund ihres hohen Alters und diverser Wehwehchen schon länger nicht mehr sehr aktiv und ich habe schon längere Zeit deswegen gelitten und eigentlich schon vorher getrauert. Oft geweint, speziell in den letzten Tagen weil ich sie nicht mehr leiden sehen wollte. Ich fühle mich jetzt einfach leer und hab ein schlechtes Gewissen.
    Hast Du dafür eine Erklärung?

    Danke für Deine Nachricht
    Eva

    • Markus says:

      Hallo liebe Eva,

      dieses Gefühl der Gleichgültigkeit ist nicht unüblich und sorgt regelmäßig für Irritation. Im „Lebewohl, Fellnase“ Ratgeber gehe ich ausführlich darauf ein:

      „Die erste Phase unmittelbar nach dem Verlust lässt sich gut mit dem Begriff der „emotionalen Taubheit“ oder Apathie umschreiben.
      Obwohl die meisten Menschen intuitiv diese Phase als die schlimmste einordnen würden, ist sie es in der Regel – zumindest gemessen an der Intensität der Gefühle – nicht.
      Statt überbordender Gefühle, die wir so kurz nach dem Verlust unseres Kameraden erwarten würden, geschieht in dieser (meist kurzen) Phase emotional meist überraschend wenig.
      Vielmehr ist es Unglaube, der sich breit macht und die Überzeugung, dass alles nur ein schlechter Traum ist, der bald endet und anschließend wieder alles so gut und schön ist wie zuvor.
      Viele Betroffene berichten davon, dass sie in dieser Phase wie fremdgesteuert einfach nur funktioniert haben und sich gar nicht richtig an Geschehnisse, gefällten Entscheidungen, Gespräche etc. erinnern können.
      Besonders extrem ist dieser „Autopilot“-Modus z.B. unmittelbar nach der Einschläferung durch den Tierarzt oder bei Unfällen bei denen die Fellnase unvermittelt und plötzlich verstirbt. Die Geschehnisse rasen vorbei und ziehen wie in einem Film an einem vorüber, ohne dass wir den Eindruck haben, irgendwie eingreifen zu können oder überhaupt etwas zu spüren.
      Du kannst diese erste Phase als „Schutzpuffer“ Deines Geistes verstehen, der dafür Sorge trägt, dass Du etwas Zeit gewinnst um Dich (unterbewusst) auf die Konsequenzen des Geschehenen vorzubereiten. Auf diese Weise funktionierst Du zunächst weiter, ohne direkt unter den Eindrücken des Verlustes zusammenzubrechen.
      Die Phase wirkt wie ein Schmerzmittel, welches temporär die Symptome unterdrückt.

      Je länger Du in dieser Phase verweilst, umso eher lässt die dämpfende Wirkung nach und umso eher beginnst Du allmählich zu begreifen, dass alles kein schlechter Traum ist, sondern die vorerst deprimierende Realität.
      Einige Betroffene neigen in dieser Phase (meist bereits etliche Tage nach der endgültigen Bestattung des Tieres) auch zu irrationalen Gedanken und Verhaltensweisen, und klammern sich an die Hoffnung, dass die Fellnase wie durch ein Wunder doch plötzlich wieder vor ihnen steht und das Abendessen verlangt.
      Mitunter wird auch zu Gott, dem Universum oder einer anderen höheren Macht gebetet, dass unter inständiger Gelobung von Besserung das Schicksal noch einmal zurückgespult und ein zweiter „Versuch“ gewährt wird.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.