Hermann, † am 08.10.2019

Hermann 18.3.2006 – 8.10.2019 Mein Hundetier ist 13 ½ Jahre alt geworden. Er hatte ein ausgesprochen liebenswertes Wesen. Freundlich zu allen Menschen und Artgenossen, sanft und rücksichtsvoll zu kleinen Kindern und Kranken wie mich. Er hätte jeden Einbrecher mit Freuden empfangen. Nur wenn er einem unkastrierten Rüden begegnete, wurde er (an der Leine) zum Tier. Ohne Leine verhielt er sich allerdings auch solchen gegenüber friedensbewegt, respektvoll und machte einen Bogen um sie. Und selbst die zickigsten Hündinnen ließ er großmütig und souverän gewähren. Er hatte ein sehr schönes Leben bei mir – und ich mit ihm. Wenn Hermann „lachte“, ging die Sonne auf, jeden Tag war ich bekloppt vor Liebe zu ihm. Er war meine große Freude und mein Beistand in dunklen Tagen. Selbst den Leuten auf der Straße zauberte er ein Lächeln ins Gesicht und die Kinder sind völlig ausgeflippt. Alle wollten ihn streicheln, eigentlich hätte er kahl werden müssen durch die ganze Streichelei, vor allem von mir. 😉 Er war mein „siamesischer Zwilling“, weil er immer meine Nähe suchte, permanent hinter mir her lief, neben mir saß oder meine Füße wärmte. Und mein Herz. Mir fehlen die Geräusche von ihm, seine Schritte hinter mir. Es ist grausam still. Wir waren so lange Zeit e i n dickes Ei. Und deshalb fühle ich mich wie amputiert. Ich muss jetzt neu lernen, mein Leben ohne Dich fortzusetzen. Jeder Moment ist ohne Dich völlig anders, es wird sehr lange dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe, denn jedes Mal erinnere ich mich daran, wie Du Dich in diesen Momenten verhalten hast. Allein das: Jeden Abend bin ich lachend schlafen gegangen. Du Gewohnheitstier hast mich dabei genau beobachtet. Egal, was ich vorher noch tat: Erst als ich das eine Bein aufs Bett gesetzt habe, bist Du zu Deinem favorisierten Schlafplatz unters Bett gekrochen – mit diesen typischen Geräuschen, als klopften Deine Knöchelchen auf den Fußboden, unterlegt von einem Schleifgeräusch. Und das – keine Sekunde früher. „Stur“ wie der schlimmste Beamte. Ausnahmslos, seit 13 ½ Jahren. Ging ich mir dann doch noch ein vergessenes Glas Wasser holen, bist Du sofort wieder herausgekrochen und hinter mir her getappt. „Bleib“ fruchtete da gar nichts. Und solche Momente gab es tausendfach. Ruhe in Frieden, kleiner Hermann. Jetzt steht Deine Urne auf meiner Fensterbank, später wird Deine Asche in meinem Grab heimlich vergraben. Ich hoffe, ich habe mich heute – es hieß: „Hermann kommt wieder nach Hause“ dermaßen stark ausgeweint, dass ich das Schlimmste hinter mir habe und meine Trauer erträglicher wird. Ich möchte mich endlich mit Freuden, zumindest mit einem schmerzvollen Lächeln an Dich erinnern können, dafür werde ich alles tun. Denn Du willst sicher nicht, dass es mir wegen Dir so furchtbar schlecht geht.

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