Hund gestorben Trauer Trost

Trost suchen, finden und zulassen

Weißt du, was mir im Austausch mit Frauchen und Herrchen, deren Hund gestorben ist, immer wieder auffällt?

Dass sie zwar eigentlich nach Wegen suchen, die Trauer zu überwinden, sich aber tatsächlich nur ungern zugestehen, Trost zu finden.

Dabei sind Trauer und Trost wie Ying und Yang: Trauer ist immer negativ belegt, das Thema als solches hat an sich nichts Positives.

Erst, wenn der Trauer Trost folgt, bekommt die Trauer einen positiven Aspekt im Sinne einer produktiven Aufarbeitung des Verlustes.

Trauer und Trost gehen Hand in Hand.

Wer sich für Trost nicht öffnet, ist somit quasi dazu verdammt, in Trauer zu leben.

Natürlich sinkt in den meisten Fällen die Intensität der Trauer im Zeitverlauf von alleine, aber das Ziel dieser Seite ist, eben etwas mehr zu tun, als nur die Zeit arbeiten für dich arbeiten zu lassen.

Wie findet man Trost?

Trost zu finden heißt in erster Linie, sich für Blickwinkel und Ansichten jenseits der eigenen Position zu öffnen.

Wir haben oft eine sehr einseitige Sicht auf die Dinge und meistens schauen wir auf diejenige Seite der Medaille, die uns die negativen Aspekte der derzeitigen Situation vorhält.

Häufig sind es Gedanken der Form: Mein Hund ist gestorben …

  • …und bin ich einsam
  • …und ich habe versagt, mich richtig um ihn zu kümmern
  • …und ich habe ihn im Stich gelassen
  • …und ich habe keinen Lebensinhalt mehr
  • …usw.

Ein erster wichtiger Schritt ist deshalb, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Deine wahrgenommene Realität nicht unbedingt die einzig mögliche Sicht auf die Dinge darstellt und es Blickwinkel geben kann, die einen viel tröstlicheren Charakter haben, als deine derzeitige Wahrnehmung der Dinge.

Es liegt nun in der Natur der Sache, dass uns diese anderen Blickwinkel nicht zufliegen oder offensichtlich sind – im Gegenteil: Wer Trost finden möchte, muss ihn zunächst – meist aktiv –  suchen.

Erlaube es Dir, Trost zu finden 

Zudem reicht es meist nicht, zu wissen, dass es andere, optimistischere Blickwinkel geben kann.

Selbst wer diese anderen, besseren Blickwinkel findet, muss sich zunächst auch erlauben, von ihnen profitieren zu dürfen.

Viele Menschen meinen, ihre Fellnase zu verraten oder herabzuwürdigen, wenn Sie die Trauerphase (relativ schnell) überwinden und wieder in einen geordneten Alltag finden.

Andere können sich auch bestimmte Handlungen und Entscheidungen nicht verzeihen und bestrafen sich selbst damit (manchmal bewusst, manchmal unbewusst), keinen Trost zu finden. Sie haben schlicht das Gefühl, den Trost nicht zu verdienen.

Auch wenn wir manche Handlungen und Entscheidungen für unverzeihlich halten, so rührt dies meistens aus einer eigens geschaffenen „Wahrnehmungsblase“: Wir steigern uns so sehr in unseren vermeintlichen Fehler hinein, dass er zum Monster wächst und aus unserer subjektiven, meist verzehrten Sicht unumstößlich und „wahrhaftig“ wirkt.

Das ist Unsinn. Kein Fehler ist unverzeihlich. Dir selbst nicht zu erlauben, dass es Dir besser geht, ist gerade zu dumm (entschuldige die drastische Formulierung) und sicherlich nicht im Sinne deines Hundes.

Dir darf und soll es besser gehen! Punkt. Aus. Ende. 

Eine kleine Übung

Ich möchte einmal an zwei kurzen Beispielen aufzeigen, wie Du einen anderen Blickwinkel einnehmen kannst bzw. ein Bewusstsein für eine andere Sichtweise schaffen kannst. Die Übung ist ganz einfach und soll lediglich demonstrieren, wie es ablaufen könnte.

Beispiel #1 – Verlust – „Mein Hund ist gestorben, ich habe ihn verloren“

In diesem Satz und seiner Bedeutung steckt auf den ersten Blick nichts Gutes und wer es nicht schafft, seinen Fokus davon zu lösen, hat ein echtes Problem.

Lösung: Statt den Verlust in den Vordergrund zu stellen, kann die Sichtweise auf die geschenkte, gemeinsame Zeit ein Trostspender sein. Nicht das, was Du verloren hast, sondern das, was Du gemeinsam mit deinem Hund erleben durftest.

Nicht Gram über den Verlust, sondern Dankbarkeit für das Privileg, dass Du deinen Hund überhaupt getroffen hast und ihn kennen lernen durftest.

Beispiel #2 – Unschöner Tod – „Mein Hund ist unter Qualen gestorben, es war alles schrecklich“

Die letzten Stunde oder Tage deines Hundes waren qualvoll? War er krank und hat gelitten? Natürlich sind Qualen und Schmerzen nicht schön, wie könnten sie das sein. Aber mache Dir bewusst, dass die Zeit des Leids nur ein Wimpernschlag in einem ansonsten schönen Leben hier auf der Erde (und wenn Du willst zukünftig auch im Hundehimmel) war.

Glaubst du wirklich, dass einige schlimme Stunden (oder Tage) alles andere Schöne und Gute, was deiner Fellnase widerfahren ist, zunichte machen?

 

Die Liste der möglichen Blickwinkel und persönlicher Situationen ließe sich beliebig erweitern –  es liegt hier an Dir, einmal herauszuarbeiten, welche andere, positive Sichtweise deine persönliche Situation auch zuließe.

Denke immer daran: Es geht darum, dass Du einen schönen und positiven Anker findest, der Dir hilft, deinen Fokus von den schlechten und negativen Aspekten deiner Situation wegzulenken.

Du darfst (und solltest) versuchen, selbst in vermeintlich kleinen und unscheinbaren Aspekten Trost zu finden. Je stärker Du deinen Fokus auf diese positiven Aspekte lenkst, desto eher wirst Du merken, dass deine negative Sicht keineswegs die einzig „wahre“, geschweige denn „richtige“ Sichtweise ist.

 

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